Die Vüarstäihare meint... (September 2017)

September 5, 2017

 

Ein schöner heißer Sommer geht seinem Ende zu. Für manche war dieser Sommer zu heiß, dies gilt besonders für Veranstaltungen, bei denen das Tragen von Trachten gefordert war. Andere wiederum werden den vielen Sonnentagen nachtrauern, den Badetagen, Bootsfahrten, Eisessen usw. Doch das Jahr geht seinen Gang, es wird unweigerlich Herbst.

 

Auch  die Feierlichkeiten zum Gedenken an 500 Jahre Reformation neigen sich dem Ende entgegen, der 31.Oktober 2016, der Reformationstag, war Beginn dieser Feierlichkeiten und sie enden auch mit diesem Tag.

 

Viel war los, Veranstaltungen in Kirchen, Pfarrsälen, in der Öffentlichkeit usw. fanden regen Zuspruch, und die katholische Kirche und die evangelische Kirche hatten die Möglichkeit, aufeinander zuzugehen, und zu erfahren, warum es zu dieser Reformation gekommen ist.

 

Ich habe viele Veranstaltungen besucht, hatte aber auch bei  einigen aktiv mitzuarbeiten. Da kamen mir wieder einmal so meine eigenen Gedanken:

Luther und  die Egerländer, gibt es da Gemeinsamkeiten? Viele werden sich wohl denken, dass ich etwas überspitzt bin, wohl ein wenig verrückt.

 Aber überlegen wir einmal ganz sachlich -“Der Egerländer Marsch“ und Luthers „Ein feste Burg“, da gibt es sehr wohl eine Gemeinsamkeit -im „Egerländer Marsch“ gibt es eine Stelle- Worte und Melodie-“Und wenn die Welt voll Teufel wär..“, das ist die 3.Strophe von Luthers „Ein feste Burg“.

Und wenn die Welt voll Teufel wär‘ Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht zu sehr, Es soll uns doch gelingen.     

              

Der Fürst dieser Welt,                             

Wie saur er sich stellt,                           

Tut er uns doch nichts,                           

Das macht, er ist gericht,                             

Ein Wörtlein kann ihn fällen.

 

Viele meinten, dieses Lied wäre ein Kampflied der Evangelischen, die damit gegen den Papst in den Krieg ziehen würden – aber es ist ein Trostlied, sollte die Menschen der damaligen Zeit stärken, ihnen Kraft und Zuversicht geben, nicht zu verzagen, mutig an ihrem Glauben festzuhalten, auf Gott und seine uns zugesicherte Hilfe zu vertrauen.

Den Egerländern erging es Jahrhunderte später ähnlich wie den Evangelischen. Auch sie hatten eine Hilfe dabei, den „Egerländer Marsch“. Kann man ihn als Kampf- Marsch, oder doch als Symbol verstehen, dass  es eine Zukunft gibt. Diese Zukunft hat zwar nichts mit der Egerländer Heimat zu tun, die verlassen werden musste, war aber doch eine anders geartete Heimat, in der viel Neues auf die Menschen zukam, aber verbunden mit der Hoffnung, dass das Leben nun wieder besser werden würde. Man konnte einen Neubeginn wagen, sich eine neue Existenz aufbauen, die Kinder großziehen und in Ruhe und Frieden alt werden.               

So diente dieser Marsch schon auch zur Stärkung, war Hoffnungsträger, aber zugleich auch Erinnerung an an alte, schöne Zeiten.

 

Doch heute, wo es auf der Welt überall brennt, wo Mord, Aggression, Vergewaltigung, Korruption und andere schreckliche Dinge uns zeigen wollen, dass unsere Werte, unsere Welt, unser ganzes Leben veraltet ist, dass wir Angst haben müs-

 sen, unsere Meinung offen zu sagen, weil wir nicht die Ansichten aller teilen, braucht es da nicht eventuell Einen, oder Etwas, das uns hilfreich zur Seite steht.                                        

Aber das muss dann wirklich so sein, dass wir Vertrauen schöpfen können. In der Geschichte war es doch immer wieder, dass falsche Verheißungen, Versprechen nichts Gutes brachten, sondern nur den Abgrund. Wir müssen da nicht einmal einige Jahrzehnte zurückgehen, sondern diese Entwicklung ist schon bei uns angekommen. Und niemand erkennt die Schrift an der Wand, hat niemand von uns Angst um unsere Jugend, unsere kleinen Kinder. Sind wir die Letzten, die diese Welt noch retten können, weil wir eben unsere Erinnerungen haben, oder marschieren wir fröhlich wie Lemminge in unsren Untergang????

 

 

JSAB

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