Die Vüarstäihare meint... (März 2018)

February 25, 2018

 

Ich will mich heute einmal unserer guten, alten Sprache annehmen. Ich meine nicht die verschiedenen Mundarten. Die zeigen uns die Herkunft der Menschen an, für die Menschen aber bedeuten sie etwas Vertrautes, ein Stück Heimat, so hat die Mutter einst gesprochen.Diese Art der Sprache ist gut, wenn sie uns ein Leben lang begleitet.              

Die Mundart zeigt uns auch die Vielfalt der Menschen, die auf der Welt leben.

 

Ich meine aber die deutsche Sprache. Luther hat durch seine Übersetzung des Neuen Testaments, der Bibel,  diese Sprache geprägt und plötzlich gab es keine Verständigungsschwierigkeiten mehr.                   

In der Öffentlichkeit, der Schule, bei Behörden, vor Gericht, tat man sich leichter, brauchte keine Übersetzer, konnte frei mit dem Gegenüber verhandeln.         

 

Und dann kam in unseren Tagen der Genderwahn. Heute eine öffentliche Ausschreibung richtig zu erstellen, ist schon etwas schwierig, das Lesen aber auch. 

 

Da lobe ich mir doch Frankreich. Hier wurde erkannt, dass dieser Unsinn nicht mehr weiter verfolgt gehört, abgeschafft werden muss, zurück zur Sprache ohne diesen Genderwahnsinn. Hoffentlich erkennen das bald auch die anderen Staaten, die EU usw. Ebenso sollte man auch die Abkürzungen verbieten. Beim Lesen der Zeitung ist mir die „GroKo“ sehr unangenehm aufgefallen. Warum nicht Große Koalition???

Diese Abkürzungen führen uns in eine Zeit zurück, in der dies üblich war. Wir wollen aber mit dieser Zeit nichts mehr zu tun haben. Trennen wir uns also in der Öffentlichkeit von solchen Dingen, die meiner Meinung nach unsere Sprache vergewaltigen.

 

Wie stolz waren wir doch einmal auf unsere Dichterfürsten und ihre blumige Sprache. Weil Ostern vor der Türe steht, sollte man sich wieder einmal Goethes Osterspaziergang in aller Ruhe durchlesen.

 

Osterspaziergang  Faust 1

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick.

Im Tale grünet Hoffnungsglück.                 

Der alte Winter in seiner Schwäche zog sich in rauhe Berge zurück.                  

Von dorther sendet er, fliehend, nur ohnmächtige Schauer körnigen Eises in Streifen über die grünende Flur.                 

Aber  die Sonne duldet kein Weisses.

berall regt sich Bildung und Streben, alles will sie mit Farbe beleben.                 

Doch an Blumen fehlts im Revier. Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

 

Kehr dich um, von diesen Höhen nach der Stadt zurückzusehen!

Aus dem hohlen, finsteren Tor dringt ein buntes Gewimmel hervor.              

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden.              

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, aus Handwerks – und Gewerbesbanden, aus dem Druck von Giebeln und Dächern, aus der Strassen quetschender Enge, aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behende sich die Menge durch die Gärten und Felder zerschlägt, wie der Fluss in Breit und Länge so manchen lustigen Nachen bewegt, und bis zum Sinken überladen, entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges ferner Pfaden blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfes Getümmel. Hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!

 

In „My fair Lady“ sagt auch schon Professor Higgins: „Die Sprache macht den Menschen, die Herkunft macht es nicht!“ In diesem Sinne, liebe Landsleute  wünsche ich allen ein frohes Osterfest.                                           

 

JSAB

 

 

 

 

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