Die Vüarstäihare meint... (November 2017)

November 4, 2017

 

November-Impressionen

Der Monat November hat leider einen etwas trüben, depressiven Beigeschmack, wahrscheinlich auch deshalb, weil am Anfang und am Ende des Monats Tage stehen, die mit Tod und Vergänglichkeit zu tun haben. Am Anfang steht das Fest Allerheiligen-Allerseelen, am Ende der Ewigkeitssonntag. Trotz aller dieser vorerst negativen Ansichten, kann der November aber doch auch seine schönen Seiten haben, und ich lade euch nun ein, eure Sinne zu öffnen, um mit mir einen Spaziergang, oder eine kleine Reise durch den November zu machen.

 

Novembernebel:                               

Meist ein schauerlicher Anblick, aber wie spannend kann doch auch  so ein Nebeltag sein! Denkt doch einmal daran, ihr geht auf der Straße, plötzlich kommt euch durch den Nebel eine Gestalt entgegen. Noch kann man nicht klar erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Man weiß auch nicht genau, wer das eigentlich ist, der da auf  einen zukommt. Aber dann erkennt man, es ist ein guter Bekannter,  ein Freund, den man schon lange nicht mehr gesehen hat. Ist dieser Moment des Erkennens nicht auch mit Freude verbunden? Ein freudiges Wiedersehen, vielleicht auch verbunden mit einer Einladung zur Kaffeejause. Der Alltag wird erhellt, man ist nicht mehr alleine, man hat etwas, auf das man sich freuen kann!

 

Kommt nun bitte mit auf einen Gang durch den herbstlichen Wald: Wir gehen durch leichten Nebel, durch den plötzlich das Sonnenlicht bricht, das Licht fällt auf einen Busch mit roten Beeren. Freude sollte nun in euch aufkeimen über diese letzten herbstlichen Naturschönheiten, Freude, nicht gleich wieder das Denken an Tod und Vergänglichkeit.Habt ihr schon einmal ein Spinnennetz bewußt betrachtet? Beim genauen Hinsehen kann man erkennen, dass die Tautropfen an den Spinnenfäden hängen, wie Perlen oder Edelsteine an einer kostbaren Kette. Fällt die Sonne dann auf diese Tautropfen, dann funkeln und leuchten sie in zauberhaftem Glanz. So wunderschön zeigen sich einfache Spinnenfäden eben nur im Herbst! Jetzt wollen wir aber auch durch das Laub gehen. Die Blätter am Boden rascheln nicht mehr, sie machen die Schuhe auch nicht staubig, wenn man durchgeht. Dadurch, dass die Blätter feucht sind, werden unsere Schritte gedämpft, wir können fast lautlos durch diesen Blätterteppich gehen. Ein Blatt hängt noch am Baum. Kein Herbststurm hat es bis jetzt heruntergeweht, es nicht verblasen können. Und doch fällt es vom Baum, weil das Gesetz der Natur es einfach so will! Aber dieses Blatt fällt nicht einfach herunter, es gleitet zur Erde, es schwebt zu Boden. Könnt ihr hier nicht eine ungeheure Stille erkennen, eine Stille, die aus der Natur kommt, sich auf eure Seelen legen sollte? So gesehen ist der November fast der wichtigste Monat des Jahres, denn wir können uns, so wie die Natur auch ausruhen, neue Kräfte sammeln, wieder erstarken. Die Hitze des Sommers ist vorbei, auch die Mühe und Plage der Erntezeit. Die Hektik der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit hat noch nicht begonnen. Die Natur kommt langsam zur Ruhe, auch wir sollten zur Ruhe kommen, uns auf uns selbst besinnen, etwas Gutes für uns tun, um wieder neue Kräfte zu sammeln.

 

Ich selbst fange in dieser Zeit an, die ersten Kerzen zu entzünden, nicht erst mit dem 1. Advent, nein, schon jetzt im November. Ich trinke auch in dieser Zeit viel Tee, Früchtetee oder die besonderen Arten von Wintertees. Öffnet nun bitte einmal euren Geruchssinn, dann könnt ihr schon den Duft der Kerzen und des Tees riechen. Ich esse dazu auch die ersten Lebkuchen, denn gerade jetzt, wenn es draußen kalt und finster wird, schmecken sie besonders gut. Man kann auch die ersten Bratäpfel machen. Riecht ihr schon den Duft, der durch das Zimmer zieht, und hört ihr, wie die Äpfel brutzeln? Dann lese ich ein gutes Buch, höre schöne Musik und beginne mich zu regenerieren. Ich fühle die Last des Alltags von mir abfallen, ich finde wieder zu mir selber, ich kann neue Kräfte sammeln.

 

Man kann aber auch einfach nur sitzen, den guten Duft genießen, sein Leben überdenken. Was habe ich bis zu diesem Tag erreicht, bin ich zufrieden, was könnte ich ändern, wie könnte ich es ändern? Vielleicht könnte ich bei Freunden anrufen, und nicht erst abwarten, ob ein Anruf von ihnen kommt.

 

Selber sollte man die Initiative ergreifen, aktiv werden und nicht abwarten, was geschehen ist.

 

Impressionen können aber auch kurze Sinnsprüche sein:

Nicht lauter Rosen blüh‘n im Menschenleben. Nicht jeder Tag hat Sonnenschein .Es liegt im Stillsein eine wunderbare November, Zeit der Stille und Gelegenheit zur Begegnung.

 

Ein Monat, der durch alle Stimmungen der Natur die hellen und dunklen Seiten unserer Seele anspricht und sie verwandelt. Beide Seiten gehören zu uns, sie gehören zum Leben. Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche.Täglich deinen Tag erleben sollst du, aber hilf dabei, dass der Tag, der dir gegeben, Hilfe auch den andern sei.

 

Wir gehen wie jedes Jahr wieder auf die Advent- und Weihnachtszeit zu. Wir bereiten uns auf das schönste Fest des Jahres vor. Ich wünsche nun allen lieben Mouhmen und Vettern, Freunden und Gönnern, besinnliche erholsame Tage im Kreise eurer Lieben. Für 2018 Glück und Gesundheit. Mögen viele Wünsche in Erfüllung gehen!

 

JSAB

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